Bauberatung in Bayern

NachhaltigkeitNachhaltiges Bauen bedeutet, kostengünstige und leistungsfähige Lösungen zu finden und die negativen Umweltauswirkungen dennoch auf ein Minimum zu reduzieren. Diese ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkte gelten auch für die Nachnutzung. Der Energie- und Ressourcenverbrauch soll in allen Zyklusphasen eines Baus möglichst gering sein. Nachhaltigkeit beim Hausbau bedeutet, Umweltaspekte mit sozialen und wirtschaftlichen Punkten gleichzusetzen und zu berücksichtigen, damit auch nachfolgende Generationen ein intaktes soziales, ökonomisches und ökologisches Gefüge vorfinden.

 

Nachhaltigkeit beim Bauen mit der entsprechenden Produktauswahl

Die eingesetzten Bauprodukte sollten wiederverwendbar und recyclingfähig, idealerweise jedoch sogar bereits recycelt sein. 40 Prozent des globalen Ressourcenverbrauchs fallen auf den Bausektor. Eine Möglichkeit für den ressourcenschonenden Bau ist die Verwendung von Baustoffen mit einer Umweltdeklaration nach ISO 14025 STANDARD, ein für Architekten und Gebäudeplaner verifiziertes, einheitliches und international anerkanntes Format. Diese Zertifikate sind teilweise bereits in Designsoftwarelösungen integriert, mit denen sich unter anderem die Ökobilanz für ein Gebäude erstellen lässt. Der Medienverbrauch bezieht sich auf Strom, Heizung und Wasser.

Folgende Indikatoren beim Hausbau sind international für die ökologische Gebäudebewertung relevant:

  • Flächeninanspruchnahme
  • Primärenergieaufwand (erneuerbarer Anteil)
  • Ozonstörungspotenzial (Ozonlochbelastung)
  • Überdüngungspotenzial (Grundwasser und Gewässer)
  • Treibhauspotenzial (Erderwärmung)
  • Versauerungspotenzial (saurer Regen)
  • Ozonbildungspotenzial (Sommersmog)

Die soziale und kulturelle Dimension betrifft die gezielte Baustoffauswahl, zum Beispiel emissionsarme Produkte. Durch die richtige Wahl lassen sich gesundheitliche Beeinträchtigungen auch bei Risikogruppen wie Kindern, älteren Menschen und sensiblen Personen vermeiden. Die Gesundheitsgefährdung durch die Einwirkung von Problemstoffen aus dem Gebäude oder der Umwelt ist gänzlich auszuschließen.

 

Nachhaltig bauen – der Prozess

Nachhaltigkeit beinhaltet eine ökonomische, eine ökologische und eine soziale Dimension. Je weniger Energie ein Gebäude in der Nutzung verbraucht und je energieeffizienter es ist, desto mehr gewinnen die Konstruktion, die Wahl und die Verarbeitung der Materialien an Bedeutung. Die Transportwege bei Bau und Betrieb sind so kurz wie möglich zu halten. Der Bausektor verfügt über großes Potenzial hinsichtlich der CO2-Reduktion: 30 Prozent der globalen CO2-Emissionen fallen auf diesen Sektor.
Die ökonomische Dimension beim Prozess umfasst die Errichtungskosten und die Nutzungskosten. Die Errichtungskosten beinhalten zum Beispiel Preise für Grundstück, Makler, Planung und Notar sowie Bauüberwachungs-, Dokumentations- und Versicherungskosten während der Bauzeit. Die Nutzungskosten ergeben sich aus Heizung, Warmwasser, Strom für Beleuchtungskörper, Abwasser, Wasserverbrauch im Allgemeinen, Wartung, Instandhaltung und Modernisierung. Die soziale und kulturelle Dimension betrifft die Aspekte Ästhetik, Gestaltung, Gesundheitsschutz und Behaglichkeit (z. B. Wärmeschutz im Winter und im Sommer, Schallschutz).

 

Die Nachnutzung beim nachhaltigen Bauen

Der Bau einzelner Gebäudeteile oder Gesamtgebäude sollte nicht von dem Hintergedanken geprägt sein, sie nach einigen Jahren wieder abzureißen und durch neue zu ersetzen; die lange Nutzung von Gebäudeteilen und von Gesamtgebäuden hat oberste Priorität. Wie bereits erwähnt, umfasst die ökonomische Dimension die Rückbaukosten, während die soziale und kulturelle Dimension bestimmte Schutzziele bei der Nachhaltigkeit definiert. Sie lassen sich lediglich qualitativ beschreiben, sind aber nicht quantifizierbar: Nutzerzufriedenheit, gesellschaftliche Akzeptanz, besondere Wertschätzung und Wertbeständigkeit. Der zweite Bereich lässt sich sehr wohl messen: die Barrierefreiheit. Sie ist vor allem für Personen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit bedeutsam, erhöht die Behaglichkeit und reduziert die Gesundheitsgefährdung (Sturzgefahr etc.). Die Umbaumaßnahmen für die Zukunft erübrigen sich hiermit, was sich wieder auf die Lebenszyklusbewertung auswirkt. Gesundheit und Behaglichkeit bilden den dritten Bereich der sozialen und kulturellen Dimension. Dazu zählen hygienische (Luftbewegung, Raumluftqualität), akustische (Lärmimmissionen, Bauakustik), thermische (Raumluftfeuchte, Raumtemperatur) und optische bzw. visuelle (Beleuchtung) Behaglichkeit.

 

Ein Massivhaus-Neubau erfüllt fast alle Kriterien für die Nachhaltigkeit

Insbesondere das Massivhaus eignet sich ideal für den nachhaltigen Hausbau, da sich sehr viele Aspekte vereinen lassen. Natürliche Baustoffe (z. B. Ziegel) sind stabil und langlebig und bieten effektiven Wärme- und Schallschutz sowie ein angenehmes Raumklima. Zusätzlich zu den massiv tragenden Wänden lassen sich Raumtrennwände einfach einsetzen und sorgen für große Flexibilität und Nachhaltigkeit. Massivhäuser bilden die Basis für nachhaltiges Bauen. Hinsichtlich der zusätzlichen Ausstattung ist eine gute Zusammenarbeit der ausführenden Firmen gefragt, damit ein optimales Gesamtprodukt entsteht.

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