Bauberatung in Bayern

HeizungssystemIm Rahmen des Hausbaus stellt sich natürlich auch die Frage nach dem passenden Heizungssystem. Es ist ratsam, sich für alternative Energien im Heizungsbereich zu entscheiden. Diese ermöglichen nicht nur eventuelle staatliche Zuschüsse, sondern sind dauerhaft kostengünstig und zeigen Verantwortung gegenüber sich selbst und der Umwelt. Heizanlagen, deren Betrieb mit erneuerbaren Energien erfolgt, können steuerlich bezuschusst werden.


Die Auswahl des Heizungssystems erfordert zunächst eine Entscheidung hinsichtlich des Brennstoffs.

Heizen mit Gas

Bei einer Gasheizung, die im ökologischen Bereich betrieben werden soll, kommt zumeist aus Bioabfällen und Speiseresten gewonnenes Biogas zum Einsatz. Die gesamten Produktionsrückstände aus der Landwirtschaft können vergärt werden und sind als Biogas nutzbar. Somit werden die massenhaften Abfallprodukte durchdacht genutzt und wieder in Energie umgesetzt. Biogasanlagen können ein Objekt direkt mit Gas versorgen oder das entstandene Biogas ins öffentliche Netz einspeisen. Besitzen landwirtschaftliche Großbetriebe eine eigene Biogasanlage, nutzen sie die erzeugten Energien zumeist selbst. Mit diesem Biogas ist jedoch nicht nur das Heizen, sondern auch die Stromversorgung möglich.

Heizen mit Solarthermie

Zumeist handelt es sich bei einer mit Solarthermie betriebenen Heizung um eine Fußboden- oder Wandheizung, bei der Heizschlaufen verlegt wurden, durch die warmes Wasser fließt. Bei der Solarthermie wird mithilfe der Sonne Wasser erhitzt und durch ein Pumpensystem ins Haus geleitet. Somit ist eine zuverlässige Versorgung des angeschlossenen Haushalts mit warmem Wasser zur direkten Nutzung im sanitären sowie im Heizungsbereich gewährleistet. Die Solarthermie passt perfekt zur Anbindung an einen wasserführenden, mit Holz betriebenen Kaminofen. Sollte es im Winter einmal sehr kalt werden und die Solarthermie aufgrund von Schnee nur eingeschränkt nutzbar sein, ermöglicht der wasserführende Kaminofen unproblematisches Zuheizen. Beide Heizvarianten werden steuerlich gefördert. Die Solarthermie ist jedoch nicht mit Photovoltaik zu verwechseln. Erstere erzeugt keine Elektrizität, sondern lediglich heißes Wasser. Die Paneele für die Solarthermie sind daher langlebiger und kostengünstiger als Photovoltaikpaneele.

Heizen mit Geothermie / Luft

Geothermie bezeichnet die in der äußeren Erdschicht gespeicherte Wärme und Energie. Durch eine Anbohrung der äußeren Erdschicht lässt sich eine Wärmepumpe einführen, die das Haus anschließend mit der notwendigen Wärmeenergie versorgt. Bei der Nutzung von Geothermie handelt es sich zumeist um eine stetig gleichbleibende Temperatur. Diese kann das Haus im Winter wärmen und im Sommer kühlen. In Skandinavien nutzen schon sehr viele Haushalte die Geothermie zum Heizen. Geothermie kann jedoch nicht nur einzelne Häuser mit Wärme versorgen, sondern kommt auch in Kraftwerken zur Elektrizitätserzeugung zum Einsatz. Allerdings ist im Vorfeld stets ein geologisches Gutachten notwendig, da Geothermie nicht in allen Landstrichen und Gegenden der Welt möglich ist.

Heizen mit Holz

Das Heizen mit Holz gehört mit zu den ältesten Heizmethoden der Menschheit. Im Laufe der Zeit wurden die Heiztechniken allerdings verfeinert und die Nutzung des Rohstoffes Holz so optimiert, dass das Heizen heute nicht mehr nur mit Holzscheiten, sondern auch mit Hackschnitzel und Pellets erfolgt. Holzheizungen sind so konzipiert, dass der Nutzer nicht mehr den ganzen Tag anwesend sein muss, um Holz nachlegen zu können. Bei Pelletheizungen reicht es sogar aus, sie nur noch einmal täglich zu befüllen. Die meisten Holzheizungen sind mit einer Wassererwärmung verbunden. So ist die Heizenergie doppelt nutzbar: zum einen als direkte Heizwärme im Raum, in dem der Ofen steht, und zum anderen über das erwärmte Wasser. In vielen Fällen wird damit eine Fußbodenheizung gespeist, die das übrige Haus erwärmt. Bestenfalls wird diese Technik mit einer Solaranlage (ebenfalls zu Wassererwärmung) kombiniert.

 

Zukunftsweisende Heizsysteme

Der Bau oder Erwerb der eigenen vier Wände stellt seit jeher eine große planerische Herausforderung dar. Nicht nur, dass künftige Bauherren sich über die Bauweise im Klaren sein müssen – auch die möglichen Folgekosten sind stets zu bedenken. Waren Heizung und Warmwasserbereitung früher vor allem durch Holzöfen gesichert, so ist es heutzutage angesichts steigender Rohstoffpreise kaum noch möglich, ohne Bauchschmerzen über eine Beheizung mit fossilen Brennstoffen nachzudenken. Es gibt zahlreiche Alternativen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Zusätzlich können bewährte Techniken mit besserem Wirkungsgrad zum Einsatz kommen. In jedem Falle ist es wichtig, die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen und die Fördermöglichkeiten genau zu kalkulieren.


Die Wärmepumpe

Grundsätzlich arbeitet die Wärmepumpe nach dem Prinzip des Wärme-Kraft-Prozesses, genauer gesagt nach dessen Umkehrung. Hier wird die Nutzwärme aus einem System mit niedriger Temperatur aufgenommen und anschließend an den zu beheizenden Raum abgegeben. Dabei genügen geringe Temperaturunterschiede zwischen Wärmequelle und Wärmesenke, da ähnlich einem Kühlschrank vor allem auch mit Druckunterschieden gearbeitet wird. Als Energiequelle dienen im modernen Wohnungsbau vor allem Erdboden und Grundwasser, doch zum Beispiel auch die Abluft des Objekts. Bei der Wärmegewinnung mittels einer Wärmepumpe wird zunächst das eingesetzte Kältemittel verdichtet und durch diese Komprimierung erwärmt. Die so gewonnene Energie kann beim nachfolgenden Abkühlen (Verflüssigen) im Wärmeübertrager auf das eigentliche Heizmedium transferiert werden. Das Kältemittel kühlt sich ab. Im sogenannten Verdampfer wird ihm zusätzliche Umgebungswärme zugeführt, wodurch es wieder gasförmig wird und der Kreislauf erneut beginnt. Beim Vergleich der unterschiedlichen Wärmequellen zeigt sich hinsichtlich der Kosten schnell, dass die Energiegewinnung über die Luft oder Abluft im Hinblick auf den Aufwand sicher die günstigste Variante ist. Bei Grundwasser- oder Erdreichwärmepumpen stehen vorab diverse Probenahmen an, da die zu erwartende Jahresleistung stark von der Qualität des Grundwassers bzw. des Bodens abhängt. Natürlich ist auch der technische Aufwand für eine Erschließung des Grundwassers mittels einer Brunnenanlage oder die Gewinnung über Erdsonden aufwändiger als bei der Energiegewinnung aus der Abluft. Bei der zu erwartenden Effizienz ist es eher andersherum: Die Energiegewinnung aus der Umluft bringt weniger ein als Systeme mit Erdwärme- oder Grundwasserwärme.

 

Die Gasbrennwertheizung

Die Funktionsweise dieser Anlage entspricht prinzipiell der eines gewöhnlichen Heizkessels, allerdings nutzt sie neben der beim Verbrennen des Gases freigesetzten Energie auch die Restwärme aus dem Wasserdampf des Abgases. Hierzu wird wie üblich Wasser über einem Kessel erhitzt und in das eigentliche Verteilungssystem gepumpt. Beim Rücklauf strömt es jedoch in eine nachgeschaltete Apparatur, den Wärmeübertrager, und wird dort im Kamin durch die Energie des Abgases erwärmt.

 

Gasbrennwertheizung in Kombination mit einer Solaranlage

In Kombination mit einer Solarthermieanlage mit Temperatursensor lässt sich noch mehr einsparen. Erfolgt die Energiegewinnung für das Warmwasser über Solarwärme, sind vor allem in den sonnenreichen Monaten erheblich Kosteneinsparungen möglich, da der eigentliche Heizkessel nur in Betrieb geht, wenn die erforderliche Brauchwassertemperatur nicht mehr über die Sonnenthermie erreicht werden kann. Dann regelt ein entsprechender Temperatursensor den Betrieb. Gasbrennwertheizungen erreichen einen Wirkungsgrad von 100 Prozent und mehr. Die solarthermische Anlage funktioniert über einen sogenannten Sonnenkollektor. In diesem wird erfolgt die Erwärmung des Kühlmittels meist dachseitig durch Sonnenenergie. Durch Umwälzen des Kühlmittels im Kreislauf wird die so erhitzte Flüssigkeit in den Wärmetauscher geleitet, wo sie die gewonnene Energie an das eigentliche Heizungssystem abgibt. Überschüssige Energie wird an heißen Tagen mittels Überdruckventil abgelassen, an Tagen mit weniger Sonneneinstrahlung regelt ein Temperatursensor die Zuschaltung der eigentlichen Gasbrennwertheizung.


Das Blockheizkraftwerk

Der Begriff „Mini-Blockheizkraftwerk“ ist in diesem Falle wohl treffender, da es sich nicht um die eigentliche Anlage zur Energiegewinnung und Stromerzeugung für ganze Wohnviertel handelt. Sinn eines solchen Heizkraftwerks ist es, mittels Kraft-Wärme-Kopplung so viel nutzbare Wärmeenergie wie möglich zu erzeugen. Effiziente Mini-Kraftwerke erreichen hier eine Ausnutzung von 90 Prozent. Neben der eigentlichen Heizungsenergie wird überschüssige Energie in Strom umgewandelt, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Darüber hinaus ist jedoch auch der Umstand zu berücksichtigen, dass der Einbau einer solche Apparatur natürlich allein durch die viel kürzeren Transportwege erhebliche Vorteile gegenüber einer zentralen Versorgung bringt, da der Energieverlust wesentlich geringer ist.

 

Welche Fördermittel gibt es?

Grundsätzlich ist zwischen direkter und indirekter Förderung zu unterscheiden. So ist zum Beispiel im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt, dass Stromeinspeisungen aus erneuerbaren Energien generell mit einem festen Vergütungssatz zu honorieren sind. Erzeugt der Eigenheimbesitzer also umweltfreundlich Strom aus seinem Heizungssystem, erhält er dafür je nach Art der Stromerzeugung eine feste Vergütung. Das ist aber nur ein kleiner Teil der möglichen Förderungen. Viel wichtiger sind direkte Zuwendungen, die Bund und Länder für die energetische Sanierung bereithalten. Hier bietet vor allem die staatliche KfW-Bank einige Förderprogramme, die speziell für die Sanierung oder den Neubau energiesparender Systeme entwickelt wurden. Unter den Schlagwörtern "energieeffizient sanieren" bzw. "energieeffizient bauen" finden sich zahlreiche Zuschüsse, die die Bemühungen des Bauherren belohnen. Diese Zuschüsse sind an vorgegebene Normen (KfW Effizienzhaus 100) geknüpft. Neben zinsgünstigen Krediten für Umbau, Sanierung oder Neubau ist es beispielsweise auch möglich, einen Tilgungszuschuss zu beantragen. Darüber hinaus bietet die KfW eine Sonderförderung für Energieberatung an, d. h., die Baubegleitung durch einen Fachmann wird zusätzlich gefördert. Um die wirklich umfassende Ausschöpfung aller Fördermittel bei einem geplanten Projekt sicherzustellen, empfiehlt es sich auf jeden Fall, im Vorfeld eine ausführliche Beratung in Anspruch zu nehmen und sich umfassend zu informieren, etwa auf http://www.energiefoerderung.info.

 

Sind Kombinationen der Heizungssysteme sinnvoll?

Generell gilt: Kein System ist perfekt, keines unfehlbar. Was am Beispiel der Sonnenkollektoren erklärt wurde, gilt auch für alle anderen Varianten. Scheint keine Sonne, regelt der Temperatursensor die Zuschaltung des Gaskraftwerkes. In einem "sonnenfreien" Winter dürfte ein solches Kombisystem in Anbetracht der stetig steigenden Preise für Heizmittel nur geringe Ersparnisse ermöglichen. Sofern es finanziell tragbar ist, empfiehlt es sich daher grundsätzlich, mehrere Systeme miteinander zu kombinieren. So lassen sich höhere Wirkungsgrade erzielen – und über die Ersparnis rechnet sich der höhere Aufwand.

Welches System ist vorteilhafter?

Bei einem Vergleich der Systeme fällt auf, dass die Gasbrennwertheizung einen sehr guten Wirkungsgrad erzielt. Aufgrund der Tatsache, dass hierbei nicht auf herkömmliche Brennmittel verzichtet wird, ist der Spareffekt sicher geringer als bei einer Wärmepumpe über Erdwärme. Umfangreiche Planung und vorherige Beratung sind also sinnvoll. Der Vergleich sollte immer im Hinblick auf die eigenen Gegebenheiten stattfinden.

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